Mit jeweils einer Handvoll Aktiver war die OFI bei den zentralen Anti-Kriegs-Demonstrationen am 3. Oktober 2026 in Stuttgart und Berlin vertreten. Seit Beginn des Umbaus der deutschen Gesellschaft zu Kriegstüchtigkeit sind diese 3.-Oktober-Demos die größten Anti-Kriegs-Proteste in Deutschland. Leider war die Zahl der Demonstranten in Stuttgart gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Auf der Straße waren hier nach Einschätzung von uns Offenbacher Teilnehmern rund 10.000 Kriegsgegner. In Berlin sah es mit rund 20.000 Teilnehmern am 3.10. besser aus.

In Berlin hatten sich zusätzlich zur 3.-Oktober-Demo bereits am Vorabend über 20.000 meist jugendliche Kriegsgegner zur Veranstaltung "Unzwingbar" zusammengefunden, einer Kombination von Konzert und politischer Aktion unter dem Motto "Große Bühne für Protest gegen Aufrüstung und Wehrpflicht". Links zu den Musikern (u.a. K.I.Z. und Disarstar) sowie den Redetexten (u.a. von mehreren Schulstreik-Aktivsten) finden sich hier.

Auf der Stuttgarter Demo liefen wir mit unserem neuen OFI-Transparent "Für das Leben! - Gegen Sozialabbau! - Aufrüstung stop! - Rüstung macht uns arm". Dafür wurden wir von anderen Friedensaktivisten häufiger gelobt und fotografiert. Auch viele andere Demonstranten prangerten auf Transparenten und handgemalten Schildern den Zusammenhang zwischen Hochrüstung und dem angelaufenen Sozialabbau an. Im Aufruf zur 3.-Oktober-Demo hieß es dazu u.a.: "Die Ausgaben für Hochrüstung und Militär wurden in Deutschland in den letzten fünf Jahren verdoppelt und sollen bis 2030 nochmals verdoppelt werden, um das NATO-5%-Ziel bis 2035 zu erreichen. Wir müssen das bezahlen, mit höheren Steuern, Sozialabbau und schlechteren öffentlichen Leistungen. Schon jetzt fehlen Milliarden bei Krankenhäusern, Pflege, Schulen, Hochschulen und Kitas, Jugend und Kultur, Umweltschutz und Verkehr."

Für uns OFI-Aktive wahrnehmbar gute Reden hörten wir in Stuttgart u.a. von Michael Quetting (ver.di-Ortsverein Saar-Blies), Ronja Fröhlich (Jugend-Bündnis gegen Wehrpflicht), dem von der EU aller Rechte beraubten Journalisten Hüseyin Dogru, Margot Käßmann (EKD und DFG-VK) sowie Özlem Alev Demirel (Europaabgeordnete und Stellvertretende Parteivorsitzende Die Linke).

Ebenfalls eine inhaltlich gute Rede hielt die früher in der Linkspartei und heute im BSW aktive Anti-Kriegs-Aktivistin Sevim Dagdelen. Traurig war allerdings, dass knapp ein Dutzend junger Leute des "Offenen Treffens gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart" zu Beginn dieser Rede die Bühne stürmte, um Dagdelen mundtot zu machen. Begründung: BSW-Politiker dürfen nicht zu Wort kommen. Das eskalierte noch, als Polizisten mit Helm, Maske und reizgas-sprühend die Störung zum Anlass nahmen, ihrerseits für über zehn Minuten die Bühne zu stürmen. Der Versuch, die Rede von Dagdelen zu verhindern, löste unter uns Demonstranten viele Diskussionen über Mangel an Toleranz und die immer wieder zu beobachtende Selbstzerfleischung der Linken inklusive der Friedensbewegung aus.

Bei Fertigstellung dieses OFI-Artikels waren die Reden noch nicht im Internet dokumentiert. Wir werden hier Links aufnehmen, sobald es die gibt.

Der lesenswerte Aufruf zu den beiden Demos gegen Krieg und Kriegstüchtigkeit findet sich hier.

3. Oktober

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