Das war die Demo gegen Hochrüstung
Keine Mittelstreckenraketen – nirgends!

Am Samstag dem 30.5.2026 trafen wir von der OFI mittags am Wiesbadener Hauptbahnhof ein. Außer uns kamen ca. 1000 Demonstranten, vertreten waren auch DIEM 25, Die Linke, DKP, OFI, DFG-VK, BSW, SDAJ, European Peace Project , Friedens- und Zukunftswerkstatt, Netzwerk Friedenskooperative u.a.

Angelika Wilmen vom Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung begrüßte alle mit der erfreulichen Nachricht, dass die USA jetzt keine Tomahawks in Deutschland stationieren werden. Überschattet wird dies jedoch von dem Plan Deutschlands, Tomahawks zu kaufen und mit Frankreich eigene Mittelstreckenraketen zu installieren. Die Tatsache, dass Deutschland mit seinen Militärausgaben von 113,6 Milliarden US-Dollar hinter den USA, China und Russland den Platz 4 belegt, verstärkt unsere Besorgnis noch mehr. Deshalb lehnen die Teilnehmer und Organisatoren der Demo die Stationierung sowohl von amerikanischen als auch europäischen Mittelstreckenraketen ab, die uns zum Angriffsziel für einen Erstschlag machen werden.

Marvin Medyka von der Kampagne “Friedensfähig statt erstschlagfähig“ spricht über die Einsparungen im Sozialbereich. Die Jugendlichen der arbeitenden Bevölkerung werden dadurch a) sozial benachteiligt und dann b) von den Kriegstreibern eingezogen, die dafür sorgen, dass ihre Söhne nicht kämpfen müssen. Das Ganze mit dem Ziel der westlichen Wirtschaft die letzten Ressourcen an sich zu reißen.
Benjamin Bickert von Solid Hessen berichtet über aktuelle, breitflächig Werbung für die Bundeswehr und darüber, dass durch die Einsparungen für den Militärhaushalt die Sozialleistungen auf das Niveau von 2003 gesunken seien.
Der letzte Redner am Bahnhof, Julian Eder, verweist auf die aggressive Außenpolitk der USA und die Tatsache, dass ja auch nach dem angekündigten Abzug von 5000 Soldaten noch genug Truppen in Deutschland – z.B. in Ramstein- stationiert bleiben, um uns in eine der kriegerischen Auseinandersetzungen Donald Trumps hineinzuziehen.

Der Weg führte uns dann die Bahnhofstraße entlang, vorbei an der Gruppe „lebenslaute“, die uns musikalisch in Schwung hielt, durch die Coulistraße, und schweigend vorbei an der Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden, bis hin zum Kranzplatz, wo die Hauptveranstaltung stattfand.

Pfarrer Wolfgang Pravit kritisierte dass die Politiker schon einmal weiter waren; dies zeigt der INF-Vertrag von 1987 zwischen der Sowjetunion und den USA, mit seinem Verbot der Herstellung und Stationierung atomarer und landgestützter Mittelstreckenwaffen. Das führte damals zur Abrüstung, wurde dann aber von den USA am 2.2. 2019 gekündigt.
Die amerikanische Friedensaktivistin Ann Wright feuerte uns an, der US Politik zu misstrauen. Der wachsende Militarismus nütze vor allem den Geschäften der Reichen.
Als kleine Verständnishilfe vergleicht Lothar Binding, von der Vereinigung 60+ der SPD die Gewinne von Rheinmetall 2022 und 2025: Damals ein Kurs von 100 €, heute mit zwei lukrativen Kriegen 2000€ , all das bezahlt aus Steuergeldern. Mit Verweis auf die aggressive Kriegspolitik der USA erinnert er daran, “Völkerrrecht gilt für alle!”
Michael von der Schulenburg vom Bündnis Sarah Wagenknecht mahnt, dass Deutschland, jetzt die stärkste Militärmacht in Europa ist und der Weg, den wir gehen, an das Jahr 1939 erinnere. Die deutsche Hochrüstung ist eine Kriegsvorbereitung. Die Gefahr kommt nicht von Russland sondern von westlichen Kriegstreibern.

Erbauliche Sprüche des Tages
- Völkerrecht gilt für alle! (L.Binding)
- No missiles anywhere! Hands off Cuba! (A.Wright)
- Keine Kriegsvorbereitung in Staat und Schulen!
- Geld für soziales Wohnen und Klima!
- Bildung statt Bomben!
- Zukunft statt Wehrpflicht! (B.Bickert)
- Peace can’t be kept by force, it can only be achieved by understanding! (A.Einstein)

Alle Reden können bei der Friedens- und Zukunftswerkstatt gehört und gesehen werden.

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